Bestimmt die Persönlichkeit das Studienfach bzw. die Berufswahl?

Bestimmt die Persönlichkeit das Studienfach bzw. die Berufswahl?

Bestimmt die Persönlichkeit das Studienfach bzw. die Berufswahl_(1)

Wir haben es doch eigentlich schon immer gewusst: Geisteswissenschaftler sind Grübler und in der Politik finden Extravertierte ihre Bühne oder?

Die Psychologin Anna Vedel erforscht an der dänischen Aarhus University den Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und Berufswahl.

So hat sie die fünf Persönlichkeitsdimensionen in Bezug zu Studienabschlüssen bzw. Berufe gesetzt:

Neurotizismus,

gemeint sind Menschen die eher scheu, ängstlich, empfindlich gegen negative Einflüsse, Emotionen und Gedanken, grüblerisch, nervös und angespannt sind, finden sich eher in der Geisteswissenschaft wieder. Allerdings sind auch Ingenieure, Juristen und Naturwissenschaftler eher psychisch weniger robust.

Schaut man sich extravertierte Personen an, die gesellig, lebhaft, aktiv, sorglos, selbstsicher und als zumeist gut gelaunt beschrieben werden, so findet man diese Persönlichkeitsdimension vor allem bei den Wirtschaftswissenschaftlern und in der politischen Wissenschaft wieder. Auch Jura und Medizin waren bevorzugte Studienfächer extravertierter Menschen.

Gewissenhaftigkeit

bedeutet Ordnungsliebe, Pflichtbewusstsein, Leistungsstreben, Zuverlässigkeit, Beharrlichkeit. Diese Eigenschaften wurden verstärkt bei Ingenieuren, Mediziner, Psychologen, Naturwissenschaftler, Juristen und Wirtschaftswissenschaftlern festgestellt.

Unter Verträglichkeit

versteht man altruistische, mitfühlende und wohlwollende Neigungen. Verträgliche Personen gelten als vertrauenserweckend, kooperativ, eher nachgiebig, freundlich und verlässlich. Insbesondere unter Psychologen, Geisteswissenschaftlern, Mediziner und Naturwissenschaftlern war diese Persönlichkeitsdimension verbreitet.

Offenheit

fasst Persönlichkeitsfaktoren wie offen für neue Erfahrungen, abwechslungsliebend, wissbegierig, kreativ und fantasievoll zusammen. Menschen mit dieser Persönlichkeitsstruktur begegnen neuen und ungewohnten Ideen unvoreingenommener und gelassener. Sie lassen sich in ihrem Urteil weniger von anderen leiten und wollen Dinge lieber selbst ausprobieren. Unter Geisteswissenschaftler, Psychologen und Politikwissenschaftlern findet man diese Eigenschaften häufiger als unter anderen Berufsgruppen.

Die Untersuchungen wiesen in Bezug auf Männer und Frauen aus, dass Frauen gewissenhafter und verträglicher als Männer sind.

Unser Charakter scheint unsere Berufswahl zu bestimmen, aber ob unsere Persönlichkeitsmerkmale auch ausschlaggebend für den Erfolg in unserem Beruf sind, darüber sagen die Studien nichts aus.

Weitere Informationen finden Sie in Psychologie Heute (Ausgabe 05/2016).

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